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Surfen, Safari, Sri Lanka - ein neues Familienabenteuer (Teil 2)

  • Autorenbild: Nine
    Nine
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Habt ihr euch schonmal vorgestellt, mit euren Kindern durch Teeplantagen zu wandern, am Strand Baby-Schildkröten zu begegnen oder eure Surfbretter auf ein TukTuk zu schnallen, um damit an paradiesischen Traumstränden surfen zu gehen?


Willkommen in Sri Lanka – einem Familienabenteuer, das uns alle verzaubert hat.


Nach den letzten zwei Tagen in der touristischen Hochburg Ella, folgt endlich die langersehnte Safari im Udawalawe Nationalpark.

Unsere supersüße, aber auch sehr einfache Unterkunft liegt mitten im Dschungel und unser Gastgeber Asanka gibt sich unglaublich Mühe, uns glücklich zu machen. Er kocht für uns, fährt uns ins Dorf und organisiert eine traumhafte Safari: Janaka führt seit mittlerweile 13 Jahren durch den Nationalpark und sieht (im Vergleich zu vielen anderen Rangern) wirklich JEDES Tier, sei es noch so klein…wir bestaunen Elefanten, Krokodile, Adler, Affen, Warane, Tukans, Papageie, Wildschweine, zahlreiche bunte Vögel, Rehe und noch vieles mehr. 

Ein wundervoller Tag, den wir vor unserer Hütte am Fluss ausklingen lassen, während riesige Flughunde über uns kreisen.



Der erste Teil unserer Reise nähert sich langsam dem Ende zu, denn nach all den vielen Eindrücken und der vielen Fahrerei wird es Zeit für ein wenig Ruhe und dem ursprünglichen ausschlaggebendem Grund für die Reise nach Sri Lanka: wir wollen endlich an den Indischen Ozean und surfen.

Okay…wer mir auf Insta folgt, der weiß schon, dass ich mir leider zwei Wochen vor unserem Abflug beim Krav Maga die linke Hand gebrochen habe und das Surfen somit zumindest für mich wortwörtlich ins Wasser fällt. Aber so haben Andi und die Kids zumindest einen eigenen Foto- und Videografen, der jeglichen Fortschritt (und Fehltritt 🤣) für die Ewigkeit festhält.

Unser Surfcamp liegt in Madiha, einem kleinen Dörfchen zwischen Weligama und Matara, das zwar die Surfer-Community anzieht, sich seinen Charme und seine Beschaulichkeit zum Glück jedoch bewahren konnte.



Jeden Morgen um 6h werden die Surfbretter auf die TukTuks geschnallt und es geht zum Surfen an den Strand von Weligama

(Ich muss zugeben, dass es mir schon schwerfällt, einfach nur zuzusehen…vor allem da Luis und Lola am Ende souverän grüne Wellen surfen, was auch mein Wunschziel gewesen wäre 🤙🏼.)



Glücklicherweise gibt es jedoch auch außer Surfen viel zu erleben und zu entdecken…allein in den schönen Surfer-Cafés mit einem frisch gepressten Saft auf das Meer und die Palmen zu schauen ist wunderschön.

Wir besuchen die Strände der Gegend (Highlight: Hiriketiya), shoppen im Doctor´s House in Madiha, lassen uns mehr als einmal massieren (1h Massage für 12€) und genießen das ruhige Leben.



Der Strand um die Ecke vom Surfcamp trägt den schönen Beinamen ´Turtle Bay´ und gleich am ersten Tag erfahren wir, dass im April Schlupfzeit der Baby-Schildkröten ist. Wir haben solch ein Glück, dass in unserer Woche gleich dreimal Mini-Schildkröten schlüpfen, die wir bei ihren ersten Schritten in den riesigen Indischen Ozean beobachten dürfen. Wirklich einmalig! (Videos findet ihr auf meinem Insta-Profil)

Das ein oder andere Mal sehen wir auch den Kopf einer Riesenschildkröte 🐢 aus den Wellen auftauchen, aber da es in der Hausbucht echt wellig ist, sehen wir sie nie ganz. Am letzten Tag, als der Wellengang nicht so stark ist, wollen Luis und ich unser Glück versuchen und gehen schnorcheln…und siehe da, eine riesige Meeresschildkröte gibt sich die Ehre,  schwimmt ein kurzes Stück mit uns und lässt uns wunschlos glücklich zurück.


🖤


Unser Fazit

Sri Lanka hat uns wirklich überrascht und sich nach und nach in unser Herz geschlichen.

Die traumhafte Flora (alles ist so grün und fruchtbar), die unglaubliche Fauna (niemals hätte ich vorher geglaubt, dass wir so viele wilde Tiere sehen würde) und die herzliche Art der Menschen haben es geschafft, uns vollends zu begeistern.


Jedoch sollte auch bewusst sein, dass Sri Lanka ein Dritte-Welt-Land ist, das erst vor wenigen Jahren Staatsbankrott anmelden musste. Ein Großteil der Sri Lanker lebt von sehr wenig Geld und westliche Standards sind – gerade außerhalb der touristischen Orte – nicht vorhanden.

In den Flüssen und Wasserstellen wird gebadet und ebenfalls die Wäsche gewaschen (und auch wir haben teilweise mit Flusswasser geduscht und unsere Zähne damit geputzt; einmal kam sogar ein kleiner Frosch durch das Rohr in die Toilette geschwommen 🐸).

Die Bettwäsche und Handtücher waren zwar immer gewaschen, aber rochen öfter nach der ersten Benutzung schon unangenehm und muffig – wahrscheinlich auch im Fluss gewaschen, haha.


Generell liegt – besonders in den touristischen Gegenden – viel Plastikmüll rum, denn erst so langsam entwickelt sich auf der Insel ein Gefühl für Umweltschutz und die Müllproblematik (gerade weil alle Touristen natürlich nur abgefülltes Wasser in Plastikflaschen trinken und da kommt alleine unglaublich viel Müll zusammen).


Wer im Land mit Bus, TukTuk, Drivern etc. unterwegs ist, darf auch nicht allzu empfindlich sein…die einen kauen Bethel, die anderen fahren vollkommen übermüdet, grundsätzlich überholt jeder jeden (auch gerne mal 3 Fahrzeuge gleichzeitig, während auf der gegenüberliegenden Spur das gleiche geschieht) und parallel wird natürlich immer telefoniert…am Besten so wenig Gedanken wie möglich machen und Augen zu und durch.


Die Menschen jedoch sind unglaublich freundlich, hilfsbereit und auch wirklich dankbar, dass sie uns ihr Land zeigen dürfen. Da der Großteil der Einwohner Buddhisten sind, ist fast alles vegetarisch, die Millionen Straßenhunde werden überall durchgefüttert, niemand erhebt das Wort, ist schlechtgelaunt oder unhöflich. Im Gegenteil: obwohl hier niemand viel hat, wird viel gegeben und Dankbarkeit wird gelebt.

Es ist beschämend für mich, mir dessen bewusst zu werden, wie wir Europäer zu Hause sind…oft gestresst, zuweilen undankbar und unzufrieden, wir beschweren uns oft... Ich habe mehr als einmal eine Träne vergossen, ob der Ungerechtigkeit des Lebens und ob der Tatsache, dass auch ich mich viel zu oft stressen lasse und nicht immer zu schätzen weiß, was wir alles an Selbstverständlichkeiten zur Verfügung haben.


…und klar gibt es auch auf Sri Lanka (gerade am Meer in den Surforten) immer mehr hippe Hotels, Cafés und Insta-Läden. Trotzdem freuen sich die Locals besonders darüber, wenn das Geld an einheimische Läden, Restaurants und Händler geht – also unbedingt auch mal raus aus der Insta-Bubble und hinein ins wilde, authentische Leben Sri Lankas, denn:

NO RISK, NO STORY!


Eure Nine 🐒



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