If in doubt, paddle out - Surf- & Yoga-Camp in Marokko mit Kids
- Nine

- vor 21 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Ich würde sagen, dass es mehr als eine glückliche Fügung war, dass wir in einem "Surf- und Yoga-Camp" gelandet sind, vor allem in diesem in Marokko.
Eine passende Destination für die Osterferien 2024 zu finden, die uns allen zusagt, war dieses Mal irgendwie schwierig. Als wir uns - wie es schien - auf einen City-Trip nach Lissabon geeinigt hatten, kamen wir auf die Idee, von dort zu einem der Surf-Hotspots weiterzureisen...beim Blick in die Klimatabelle war allerdings klar, dass es uns dafür zu kalt sein würde. Die Surf-Idee ließ uns allerdings nicht mehr los und so wurden tagelang verschiedene Surfcamps studiert in denen auch Kinder erlaubt sind, bis wir durch Zufall aufs Blue Mind Morocco von Sandra & Khalid in Marokko stießen.
Dass wir seit unserem Roadtrip vor 5 Jahren große Marokko-Fans sind, brauche ich euch nicht zu erzählen...also war schnell klar: DAS ist es, genau dort wollen wir hin: Eine Woche Surf- und Yoga-Camp im "Blue Mind" in Tamraght (nicht weit entfernt vom marokkanischen Surfer-Hotspot Taghazout entfernt).
Und was soll ich sagen: ich bin unglaublich froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Die letzten Monate waren sowohl physisch als auch psychisch ziemlich fordernd und - Achtung jetzt wird's ein bißchen esoterisch - diese Woche hat mir tatsächlich geholfen, mich wieder mit mir selber zu connecten.
Wir fliegen mit Ryanair von Köln nach Agadir und werden dort von einem Fahrer, der außerhalb des Flughafens auf uns wartet, nach Tamraght gefahren. Dort angekommen beziehen wir unsere zwei Zimmer (supersüß und stylisch eingerichtet), schlendern durchs Dorf und verbringen den Tag auf der wirklich schönen Dachterrasse mit Meerblick. Superschnell finden sowohl die Kinder als auch wir Anschluss. Berührungsängste hat hier niemand, jeder spricht mit jedem, egal woher er kommt, egal ob er alleine oder mit der Familie hier ist. Verstärkt wird das Wir-Gefühl dadurch, dass wir alle gemeinsam essen und sich jeden Morgen und jeden Abend neue Tisch- und Gesprächs-Konstellationen ergeben.

Jeden Tag gibt es eine Yoga-Session und wir haben richtig Glück, dass unser Yoga-Lehrer für diese Woche Marcus ist, der nicht nur ´klassische´ Yoga-Übungen macht, sondern uns auch in Acro-Yoga, Shaking und Soma Breath Meditation einführt - eine wirklich perfekte Mischung, die mir hilft, loszulassen und mir aufzeigt, woran ich zurück in Deutschland emotional arbeiten muss.

Da das Dorf nicht direkt am Meer liegt, setzt sich unsere kleine Reisegruppe jeden morgen mit Neo und Surfboard ausgestattet in Bewegung und es geht mit Klein-Bussen zur jeweils passenden Bucht zum Surfen. Wir haben wettertechnisch leider ein wenig Pech und erfahren, dass die Bedingungen für Anfänger diese Woche etwas herausfordernder sein werden. Blöderweise springe ich direkt am ersten Surftag so blöd vom Board, dass ich mir meinen Zeh einmal komplett verdrehe und Angst habe, den Rest des Urlaubs nicht weitersurfen zu können...in der Apotheke besorge ich mir Kinesiotape und Salbe und humpele mich zähnezusammenbeißend munter weiter durch den Urlaub, während mein Fuß alle Farben des Regenbogens annimmt. Da ich von einer Prellung ausgehe und das Meer glücklicherweise so kalt ist, dass ich die Schmerzen im Wasser kaum merke, surfe ich die nächsten Tage einfach weiter. (Kleiner Plottwist: wie sich nach unserer Rückreise im Krankenhaus herausstellen wird, habe mich mir mein Zehgelenk tatsächlich mehrfach gebrochen.)
Auch die Kinder machen es richtig toll und haben unglaublich viel Spaß im Wasser. Am Ende des Urlaubs haben wir auf jeden Fall alle ein Gefühl für die Boards bekommen und können erste kleine Erfolge im Weißwasser verbuchen.

Neben Surfen und Yoga haben wir noch genügend Zeit, um Ausflüge zu unternehmen...so erkunden wir den Souk in Agadir, Andi genießt Massagen im Hamam, die Kids reiten auf Kamelen, wir schlendern durch das Surf-Mekka Taghazout und über den Markt in Tamraght, Andi fährt mit den Kids ins Paradise Valley und wir leben auf der Dachterrasse in den Tag hinein.

Wenn ihr nun überlegt, ob das Blue Mind auch das richtige für euch ist, kommen hier die ungeschönten Pros und Cons:
PROS: definitiv die gesamte Crew ums Blue Mind (sowohl Khalid und Sandra mit ihrer inspirierenden Geschichte, die Surflehrer und alle anderen, die sich dort um euer Wohl kümmern) die Mitmenschen, die ihr hier kennenlernen werdet (wir haben so schnell Anschluss gefunden, den wir eigentlich gar nicht gesucht haben und richtig tolle Menschen aus aller Herren Länder kennengelernt) das Essen, das die marokkanischen Köchinnen zubereiten (soooo unglaublich lecker und dazu auch noch mega gesund) Rundum-Sorglos-Paket fürs Surfen (Boards, Wetsuits und Transfers zu den täglich wechselnden besten Surfspots)
CONTRAS: wer klassischen europäischen Standard erwartet und auf Luxus steht, ist hier nicht richtig: es ist authentisch marokkanisch mit Hippie-Yoga-Flair da die Zimmer recht hellhörig sind, solltet ihr euch - sofern ihr einen leichten Schlaf habt - auf jeden Fall Oropax mitbringen ;-) * bis zum Meer sind es ca 10-15 Minuten zu Fuß und zu den verschiedenen Surfspots fahrt ihr mit einem Kleinbus

Für uns war es auf jeden Fall ein mehr als gelungener Urlaub! Wir haben uns richtig wohl und bestens aufgehoben gefühlt, haben viel erlebt und uns einmal mehr in Marokko verliebt!
Marokko hat eine ganz besondere Art auf mich zu wirken...wie auch bei unserem letzten Afrika-Aufenthalt fühle ich mich mehr bei mir, fühle mich geerdet und mehr im Hier und Jetzt. Ich hoffe so sehr, dass ich die Erkenntnisse, die ich diesen Urlaub gewonnen habe, auch mit nach Deutschland und in den nicht immer so entspannten Alltag nehmen kann.
Die Kinder und ich planen auf jeden Fall schon den nächsten Surf-Urlaub...denn 'if in doubt, paddle out' 🤙🏼
Eure Nine
Dieser Blogbeitrag stammt aus dem Jahr 2024 und ist Teil meines Archivs.
Ich habe ihn im Zuge des Relaunchs auf meiner neuen Webseite neu veröffentlich.

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