Surfen, Safari, Sri Lanka – ein neues Familienabenteuer (Teil 1)
- Nine

- vor 1 Tag
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Habt ihr euch schonmal vorgestellt, mit euren Kindern durch Teeplantagen zu wandern, am Strand Baby-Schildkröten zu begegnen oder eure Surfbretter auf ein TukTuk zu schnallen, um damit an paradiesischen Traumstränden surfen zu gehen?
Willkommen in Sri Lanka – einem Familienabenteuer, das uns alle verzaubert hat.
Wir haben zwar schon viele Rundreisen gemacht, jedoch immer mit dem eigenen oder einem gemieteten Auto. Nach ein bisschen Recherche steht aber dieses Mal fest: Sri Lanka wird unser erster Backpacking-Urlaub.

Selber werden wir uns nicht hinters Steuer setzen (und nachdem ich nun weiß, wie dort gefahren wird, definitiv eine gute Entscheidung), denn wir wollen uns voll und ganz auf das Backpacking-Abenteuer einlassen und vor Ort auch so spontan wie möglich bleiben.
So starten wir Vier nun also am Ferienfreitag mit unseren großen Reise-Rucksäcken in Köln und machen uns auf zum Flughafen nach Düsseldorf.
Wir fliegen mit Emirates über Dubai – der erste Langstreckenflug mit Kindern und was soll ich sagen: die Kids machen es trotz der langen Reisezeit (hin ca. 16 Stunden, zurück ca. 13 Stunden) hervorragend mit.
Der Urlaub kann beginnen
Wir landen Samstag am frühen Nachmittag in Colombo und der erste Eindruck, nachdem wir draußen vorm Flughafen stehen: es ist superheiß, es ist megaschwül und es ist total chaotisch!
Wir kommen wenige Tage vor dem traditionellen sri-lankischen Neujahrsfest an und alle sind in großen Vorbereitungen für die Feiertage…es scheint, das GANZE Land ist unterwegs, ist auf dem Weg zur Familie oder macht letzte Besorgungen.
(Fun Fact: das sri-lankische Neujahr ist ein großes Freudenfest, das gefeiert wird, um eine gute Ernte zu sichern und Wohlstand und Glück ins Land zu bringen. Das Fest wird zwar immer im April gefeiert, der genaue Tag wird jedoch jedes Jahr von Astrologen aufs neue bestimmt. So finden die traditionellen Zeremonien im ganzen Land gleichzeitig statt. Auch wenn das Neujahr „nur“ zwei Tage gefeiert wird, finden den ganzen Monat überall noch Festivals und Volksfeste statt - feierfreudig sind sie auf jeden Fall sehr.)
Die erste Nacht verbringen wir in einem kleinen, wirklich netten Hotel in der Nähe des Flughafens – natürlich mit Pool, damit die Kids sich nach der langen Reise erstmal abkühlen und auspowern können.
Gleich am nächsten Morgen beginnt unsere Rundreise. Wir lassen uns über das Hotel einen Fahrer rufen, der uns zum ELEPHANT FREEDOM PROJECT fährt (72 km – Fahrzeit 2 ¼ Stunden).
Hier wurden die zwei Elefanten Kumari und Menike aus ihrer Gefangenschaft herausgekauft und dürfen auf einem riesigen Grundstück ein freies Leben ohne Ketten führen und ohne die Verpflichtung, ein Leben lang in den Händen der Elefantenreit-Mafia Touristen zu deren Belustigung spazieren zu führen.
Wir durften die beiden Elefanten und ihre Mahauts einen halben Tag lang begleiten und konnten sogar beim Waschen von Kumari und Menike im Fluss helfen. Große Empfehlung, da es der Familie eine Herzensangelegenheit ist und es den beiden Elefanten dort richtig gut geht.

Um in den Nachbarort Pinnawala zu gelangen, rufen wir uns ein Taxi – und bekommen ein TukTuk. Wir sind jedoch zu 4t und haben natürlich auch unser Gepäck dabei. Der Fahrer versteht allerdings unsere Sorge und deutsche Skepsis nicht. À la „was nicht passt, wird passend gemacht“ stapeln wir uns und unser Gepäck aufeinander und fahren zu unserer bescheidenen Unterkunft am Rande einer kleinen Plantage.
Die Nacht ist kurz, denn mitten in der Nacht geht das Knallen los – Neujahr! Mit ´China-Böllern´ wird die ganze Nacht (und die kommenden Nächte) durchgeknallt…
Dafür werden wir aber am nächsten Morgen entschädigt, in dem wir zuerst von unseren Gastgebern zum tamilischen Neujahrs-Frühstück eingeladen werden und anschließend am nahegelegenen Fluss eine wahre Elefanten-Parade beobachten dürfen. Das benachbarte Elefanten-Waisenhaus (was wir jedoch nicht besuchen) führt alle Elefanten vormittags durchs Dorf an den Fluss, damit diese dort ein paar Stunden im kühlen Nass verbringen können.
Sehr beeindruckend, wenn sich auch nicht alle Elefanten kettenfrei bewegen durften.

Nachdem wir uns das Elefanten-Spektakel angeschaut haben, geht es mit einem von unserem Gastgeber organisierten Fahrer auch schon weiter zu unserer nächsten Unterkunft (84km – 2 ½ h Fahrzeit). Mitten im touristenfreien Nirgendwo bei Dambulla hat sich Pradeep ein kleines Paradies auf der Farm seiner Eltern errichtet.
Wir kommen als Fremde und fühlen uns schon nach kurzer Zeit wie Freunde.
Er macht Ausflüge mit uns über seine Farm (inklusive nächtlichem Glühwürmchen-Walk…tausende sag ich euch 🖤), erzählt viel über das ländliche Leben, lädt seine Gäste zu den traditionellen Neujahrsspielen mit seinen Freunden ein und führt mit uns mehr als einmal sehr tiefgründige und ergreifende Gespräche über den Buddhismus und den Sinn des Lebens.
Von hier unternehmen wir mit dem TukTuk kleinere Ausflüge zum Rock Temple Dambulla und zum Golden Buddha Tempel…freche Affen inklusive, die den Kids ihre Kekse klauen wollen.

Obwohl wir hier gerne länger verweilt hätten, fahren wir nach zwei Nächten weiter nach Ella (168 km – 4 ½ h Fahrzeit). Schließlich wollen auch wir zum überall erwähnten Backpacker-Mekka im Hochland von Sri Lanka.
Die Fahrt vorbei an Wasserfällen (Vorsicht: Blutegel!) und Teeplantagen ist wunderschön, allerdings sind wir dezent überfordert, als wir in Ella ankommen. Mir kommen gleich Vergleiche zu Pattaya oder dem Ballermann in den Sinn: superviele Touristen, abends überall laute Musik, für Sri Lanka Verhältnisse komplett übertriebene Preise und echt viel Müll.
Da wir jedoch zwei Tage für Ella eingeplant haben, machen wir das beste draus und besteigen den Little Adam´s Peak, die Kids und Andi fliegen mit der Zip Line über grüne Teeplantagen und wir wandern zur Insta-Attraktion Nine Arche Bridge (wie hunderte andere Menschen auch, die alle auf den dort Pause machenden Zug springen, um die berühmten Insta-Fotos an der offenen Zugtür zu machen)…für uns definitiv einer der größten Flops dieses Urlaubs.

Wir sind froh, dass wir nach den zwei Tagen im Touri-Trubel wieder in eine ruhigere Gegend fahren (90 km – 2h), um ein weiteres Highlight zu erleben: eine Safari im Udawalawe Nationalpark.
Was wir hier erleben, erfahrt ihr im zweiten Teil unseres Reiseberichts.
Bis dahin 🖤 Eure Nine



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