Surfen mit Kindern: Zwischen Sonnencreme, Salzwasser & Stolz
- Nine

- 12. Jan.
- 7 Min. Lesezeit
No matter your age, you will always wish you started younger. Today will be the youngest you will ever be. Stop waiting, start now!
Die Sache ist ja die: man schreibt immer mehr Dinge auf seine Bucket List und irgendwie rutschen ältere Sachen dadurch weiter nach hinten…bis man vielleicht irgendwann zu alt dafür ist.
Bei mir stand seit Jahren „Surfen lernen“ auf meiner Bucket List, ohne dass ich es tatsächlich angegangen bin. Vor 2 Jahren habe ich dann gedacht: Jetzt oder nie und unseren ersten Surfurlaub gebucht.
Surfen mit Kindern (vor allem wenn man es selber nicht kann) klingt für viele ungefähr so entspannt wie ein Strandtag mit Windstärke 8, oder?
Trotzdem war ich inzwischen drei Mal mit den Kids surfen – in Marokko, in Südfrankreich am Atlantik und in Sri Lanka (okay, da waren nur die Kids surfen, weil ich mir kurz vorm Urlaub die Hand beim Krav Maga gebrochen habe).
Und ja: Wir würden es jederzeit wieder tun.
Warum? Weil Surfen mehr ist als Wellen reiten. Es ist Geduld lernen, scheitern, lachen, Salzwasser schlucken – und diese unfassbar stolzen Gesichter, wenn plötzlich die erste Welle steht.
In diesem Artikel erzähle ich dir ganz ehrlich, wo wir surfen waren, wie es uns gefallen hat und was wir (nicht) wieder machen würden.
Marokko: Surfcamp Blue Mind Marocco in Tamraght
Frankreich: Surfcamp DreamSea in Moliets-et-Maa
Sri Lanka: Surfcamp in Madiha
Unser erster Surftrip: Tamraght in Marokko
Da das Wetter in den Osterferien ja noch recht frisch ist, war klar, dass wir für den ersten Trip nicht in Europa bleiben können. Ein bißchen Recherche später stand also fest: wir fliegen nach Marokko. Und zwar nach Tamraght ins Surf- und Yoga Camp Blue Mind Marocco.
Wir fliegen mit Ryanair von Köln nach Agadir und werden dort von einem Fahrer, der außerhalb des Flughafens auf uns wartet, nach Tamraght gefahren. Dort angekommen beziehen wir unsere zwei Zimmer (supersüß und stylisch eingerichtet), schlendern durchs Dorf und verbringen den Tag auf der wirklich schönen Dachterrasse mit Meerblick. Superschnell finden sowohl die Kinder als auch wir Anschluss. Berührungsängste hat hier niemand, jeder spricht mit jedem, egal woher er kommt, egal ob er alleine oder mit der Familie hier ist. Verstärkt wird das Wir-Gefühl dadurch, dass wir alle gemeinsam essen und sich jeden Morgen und jeden Abend neue Tisch- und Gesprächs-Konstellationen ergeben.
Da das Dorf nicht direkt am Meer liegt, setzt sich unsere kleine Reisegruppe jeden morgen mit Neo und Surfboard ausgestattet in Bewegung und es geht mit Klein-Bussen zur jeweils passenden Bucht zum Surfen. Wir haben wettertechnisch leider ein wenig Pech und erfahren, dass die Bedingungen für Anfänger diese Woche etwas herausfordernder sein werden. Blöderweise springe ich direkt am ersten Surftag so blöd vom Board, dass ich mir meinen Zeh einmal komplett verdrehe und Angst habe, den Rest des Urlaubs nicht weitersurfen zu können…in der Apotheke besorge ich mir Kinesiotape und Salbe und humpele mich zähnezusammenbeißend munter weiter durch den Urlaub, während mein Fuß alle Farben des Regenbogens annimmt. Da ich von einer Prellung ausgehe und das Meer glücklicherweise so kalt ist, dass ich die Schmerzen im Wasser kaum merke, surfe ich die nächsten Tage einfach weiter. (Kleiner Plottwist: wie sich nach unserer Rückreise im Krankenhaus herausstellen wird, habe mich mir mein Zehgelenk tatsächlich mehrfach gebrochen.)
Auch die Kinder machen es richtig toll und haben unglaublich viel Spaß im Wasser. Am Ende des Urlaubs haben wir auf jeden Fall alle ein Gefühl für die Boards bekommen und können erste kleine Erfolge im Weißwasser verbuchen.

Neben dem Surfen haben wir noch genügend Zeit, um Ausflüge zu unternehmen (nach Agadir, in die Souks) und uns im Yoga und Breathwork weiterzuentwickeln.
Unser zweiter Surftrip: Moliets-et-Maa an der Französischen Atlantiküste
Nachdem uns das Surffieber gepackt hat, steht schnell fest: in den Sommerferien wollen wir wieder surfen.
Eine laaaaange Recheche später (es gibt ja wirklich unzählige Surfcamps im Internet - da erstmal einen Überblick zu bekommen und zu schauen, wo genau sie liegen, was genau angeboten wird und ob es zu unseren Vorstellungen passt, nimmt wirlich unglaublich viel Zeit in Anspruch) steht fest: wir fahren ins Surfcamp DreamSea nach Moliets-et-Maa an die französische Atlantikküste.
Im August geht es für uns also mit dem Auto nach Südfrankreich. Als wir ankommen, sind wir allerdings erst einmal skeptisch: ein riesengroßer Campingplatz erwartet uns, auf dem neben privaten Campern auch diverse Surfcamps zu finden sind. Aber kaum haben wir unser Camp gefunden, sind wir richtig erleichtert und hellauf begeistert.
Da ich mit den Kids alleine unterwegs bin, habe ich mich für ein Glamping-Zelt entschieden im ruhigeren Teil des Camps. Die Zelte sind richtig toll ausgestattet, die Anlage ist gepflegt und für die Glamping-Zelte gibt es eigene Sanitär-Bereiche und auch einen eigenen Ess-Bereich...überhaupt ist das Essen ein richtiges Highlight (es gibt jede Menge vegane und vegetarische Alternativen, da die Kids und ich alle Vegetarier sind, freut uns das natürlich besonders).
Jeden Tag geht es für uns nun zum Strand und zum Surfkurs (alle Lehrer sind wirklich sehr motiviert, superlocker drauf und machen das auch mit den Kids richtig toll).
Zusätzlich zum Surfen haben wir ausreichend Zeit im Camp (wir haben wirklich so viel Spaß diese Woche und die Kids werden überall integriert, was ich nicht erwartet hätte, da es sich nicht um ein klassisches Familien-Camp handelt; neben uns sind nur zwei weitere Familien mit Kindern da) und auch für Ausflüge (die Kids skaten superviel, sind in der nah gelegen Spielhalle unterwegs und wir fahren nach Hossegor zum shoppen).
Unser dritter Surftrip: Madiha in Sri Lanka
Nachdem der Surfvirus nun also alle Fest im Griff hat, steht fest: wir wollen in den Osterferien wieder surfen...kurze Recherche später zu der Frage „welcher ist der beste Surf-Spot im April“ steht also fest: ich will nach Sri Lanka!
Erstmal die passende Argumentation zurecht legen, warum wir in den Osterferien nun ausgerechnet nach Sri Lanka reisen müssen um Wellenreiten zu gehen. (Kleiner Spoiler: Überzeugend sein kann ich.) Da wir den Surfurlaub mit einer Rundreise durch das Land verbinden, buchen wir für die letzte Woche das Drivethru Surfcamp am Indischen Ozean.
Unser Surfcamp liegt in Madiha, einem kleinen Dörfchen zwischen Weligama und Matara, das zwar die Surfer-Community anzieht, sich seinen Charme und seine Beschaulichkeit zum Glück jedoch bewahren konnte. Wir haben uns für zwei Cabanas im tropischen Garten entschieden, um ein bißchen mehr Privatsphäre zu genießen.
Jeden Morgen um 6h werden die Surfbretter auf die TukTuks geschnallt und es geht zum Surfen an den Strand von Weligama.
(Da ich mir kurz vor dem Urlaub beim Krav Maga den Mittelhandknochen gebrochen habe, darf ich natürlich nicht mit surfen und darf schweren Herzens einfach nur zuzusehen…vor allem da Luis und Lola am Ende souverän grüne Wellen surfen, was auch mein Wunschziel gewesen wäre 🤙🏼.)
Glücklicherweise gibt es jedoch auch außer Surfen viel zu erleben und zu entdecken…allein in den schönen Surfer-Cafés mit einem frisch gepressten Saft auf das Meer und die Palmen zu schauen ist wunderschön.
Wir besuchen die Strände der Gegend (Highlight: Hiriketiya), shoppen im Doctor´s House in Madiha, lassen uns mehr als einmal massieren und genießen das ruhige Leben.
Der Strand um die Ecke vom Surfcamp trägt den schönen Beinamen ´Turtle Bay´ und gleich am ersten Tag erfahren wir, dass im April Schlupfzeit der Baby-Schildkröten ist. Wir haben solch ein Glück, dass in unserer Woche gleich dreimal Mini-Schildkröten schlüpfen, die wir bei ihren ersten Schritten in den riesigen Indischen Ozean beobachten dürfen. Wirklich einmalig!
Unsere Pros und Cons
Wenn ihr nun überlegt, ob das Blue Mind auch das richtige für euch ist, kommen hier die ungeschönten Pros und Cons:
PROS:
definitiv die gesamte Crew ums Blue Mind (sowohl Khalid und Sandra mit ihrer inspirierenden Geschichte, die Surflehrer und alle anderen, die sich dort um euer Wohl kümmern)
die Mitmenschen, die ihr hier kennenlernen werdet (wir haben so schnell Anschluss gefunden, den wir eigentlich gar nicht gesucht haben und richtig tolle Menschen aus aller Herren Länder kennengelernt)
das Essen, das die marokkanischen Köchinnen zubereiten (soooo unglaublich lecker und dazu auch noch mega gesund)
Rundum-Sorglos-Paket fürs Surfen (Boards, Wetsuits und Transfers zu den täglich wechselnden besten Surfspots)
CONTRAS:
wer klassischen europäischen Standard erwartet und auf Luxus steht, ist hier nicht richtig: es ist authentisch marokkanisch mit Hippie-Yoga-Flair
da die Zimmer recht hellhörig sind, solltet ihr euch – sofern ihr einen leichten Schlaf habt – auf jeden Fall Oropax mitbringen
bis zum Meer sind es ca 10-15 Minuten zu Fuß und zu den verschiedenen Surfspots fahrt ihr mit einem Kleinbus
Wenn ihr überlegt, ob DreamSea das richtige für euch ist, kommen hier die ungeschönten Pros und Cons:
PROS:
superschönes stylisches Surfcamp mit tollen Glamping-Zelten (Zelte sind wirklich geräumig und ihr habt richtige Betten)
richtig gutes, abwechslungsreiches Essen (morgens Buffet, mittags Lunchbox und abends Drei-Gänge-Menü)
ihr werdet direkt Anschluss finden, da alle superlocker und kommunikativ drauf sind (und es werden Partyabende, Tischtennisturnier und andere Aktivitäten angeboten)
die sehr lockere Lebensart, die hier überall herrscht: jeder fährt mit dem Skateboard, alle sind entspannt und Stress ist ein Fremdwort
CONTRAS
natürlich hast du in einem Camp (und auf dem Campingplatz generell) auch junge Menschen, die Party machen wollen und dementsprechend abends/nachts nicht wirlich leise sind. Oropax sind auf jeden Fall ein Must-Have.
vom Camp zum Strand sind es etwa 15-20 Minuten zu Fuß...an sich kein Problem, kann jedoch bei Hitze und vor allem mit dem Surfboard in der Hand (das du ja für deinen Kurs brauchst) schonmal sehr anstrengend weden...gerade wenn die Kids ihre Bretter nicht selber tragen können.
Wenn ihr überlegt, ob DriveThru das richtige für euch ist, kommen hier die ungeschönten Pros und Cons:
PROS:
das riesengroße Grundstück ist wirklich einmalig und schön tropisch. Die Cabanas sind prima ausgestattet und die Outdoor-Badezimmer waren mein Highlight (im Gegensatz zu den Doppelzimmern, dort haben unsere Freunde geschlafen und waren nicht begeistert). Die Anlage ist total gepflegt und der Pool und die Yoga-Shala sehr schön.
das Essen war richtig gut - dreimal am Tag gibt es tolles Essen, welches von dem süßen einheimischen Personal frisch zubereitet wird. Gegessen wird mit allen Camp-Teilnehmern gemeinsam im Haupthaus.
Rundum-Sorglos-Paket: jeden Morgen haben uns die TukTuks an den jeweiligen Spot gefahren, die einheimischen Surflehrer waren richtig gut, das Essen war immer gut und ausreichend, TukTuks und Taxen wurden jederzeit für Ausflüge organisiert.
CONTRAS:
wer Angst vor wilden Tieren hat, ist hier (oder in Sri Lanka generell) eher fehl am Platze...der Waran unter unserem Dach, die Affen im Garten - für uns richtig toll, aber vielleicht nicht für jeden ein Highlight.
uns hat leider die generelle Surf-Community-Stimmung gefehlt; die Yoga-Lehrerin und die Teamer werden immer für ein paar Monate gegen Kost-und-Logis eingestellt und hatten während unserem Aufenthalt nicht die größte Motivation, sich um die Gäste zu kümmern oder gute Stimmung zu verbreite (ihr Ziel war es eher den kostenlosen Urlaub zu genießen und ihr eigenes Surfen zu verbessern). Für uns leider enttäuschend, da wir nach unseren letzten Camp-Erfahrungen extra wieder ein Surfcamp gebucht hatten.
Unser Fazit
Wir würden immer wieder ein Surfcamp buchen und sitzen bereits schon an der Planung für die Sommerferien.
Wir lieben einfach die Atmospähre, wir mögen dass Gleichgesinnte um uns rum sind und wir uns ausnahmsweise mal um so wenig wie möglich selber kümmern müssen (kochen, Planung, Equipment...)
Gerade mit Kids waren alle drei Camps richtig toll (selbst wenn Nummer 2 und 3 keinen ausgewiesenen Familien-Camps waren). Traut euch raus aus der Komfort-Zone und rein ins Abenteuer.
Das Ranking der Kids:
Platz 1: DREAMSEA
Platz 2: BLUE MIND MAROKKO
Platz 3: DRIVE THRU
Hang loose, eure Nine











































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